Fast Fashion – Nähbloggertreff im Januar

Hallo ihr Lieben,

das heutige Thema ist einmal nichts genähtes, sondern erzählt von einem Museumsbesuch der aber trotzdem – und eigentlich schon leider mit dem Nähen zu tun hat. Der Name der Ausstellung sagt es schon „Fast Fashion“ – Die Schattenseiten der Mode. Hier möchte ich meine Eindrücke der Ausstellung, die noch bis zum 3. Juli im Hygiene Museum gastiert, schildern.

Ich muss sagen, dass ich durch diverse Dokumentationen zum Thema schon einiges gelesen und auch gesehen habe. Dennoch ist visuelles Material von den Arbeitsbedingungen in den meist asiatischen Ländern doch sehr schockierend. Für wenige Cent pro Stück wird dort für namhafte Europäische Marken produziert.

Was ist Fast Fashion? Es ist eine Ableitung vom „Fast Food“ – schnell muss es gehen, viel und vor allem billig. Haltbar muss es dabei nicht sein. Eine passende T-Shirt Farbe zu jedem Rock und umgekehrt. Aber bitte jeden Tag etwas anderes zum Anziehen und nach ein paar Mal Tragen (Wenn überhaupt) werden die Sachen entsorgt. Ein Kleidungsstück hat in Europa keinen Wert. 

Bereits zu Beginn der Ausstellung  werden große Ballen Second Hand Kleidung gezeigt – solche, die tagtäglich in den Altkleidersammlungen landen, daraufhin werden diese sortiert und für den Textilrecyclingprozess oder hauptsächlich für den Wiederverkauf in Akrika oder auch Osteuropa und anderen Ländern zu solchen Ballen gepresst. Aber auch hiermit wird die lokale Textilindustrie der Verkaufsländer gestört, da die Second Hand Ware meist billiger ist, als das Angebot lokal hergestellter Kleidung.

Der Textilerzeugungsprozess wird anschaulich vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt gezeigt, besonders interessant fand ich hierbei einen großen Ballen mit Rohbaumwolle. So etwas bekommt man nicht jeden Tag zu sehen. Der Anbau von Baumwolle und auch der Verarbeitungsprozess ist jedoch ein sehr wasserintensives Unterfangen und wird meist in sowieso schon sehr wasserarmen Gebieten mit viel Pestiziden durchgeführt.

Während des Herstellungs- und Färbeprozesses verschiedener Textilienwerden Milliarden Tonnen Wasse verbraucht und verunreinigt. Besonders eindrücklich fand ich diese Abbildungen von einem „rosa Fluss“ und einer Frau die bei der Arbeit mit chemikalisch bearbeiteten Textilien ihr kleines Baby auf dem Schoß hält.

Der letze Raum wird der „Slow Fashion“ gewidmet. Nachhaltig und lokal gefertigte Mode und aus nachhaltigen, fairen und ökologischen Materialien gefertigt. Einige Lokale Unternehmen werden präsentiert und Label und Zertifikate vorgestellt.
Auch kann man über neue, nachhaltige Materialien lesen und auch Stoffproben anfassen.

Ich empfehle euch wärmstens euch mit dem Thema der textilen Verarbeitung auf der ganzen Welt auseinander zu setzen. Es ist wirklich einer der Hauptgründe, warum ich alles selbst nähe, und das schon seit nunmehr 3 Jahren. Für die Zukunft nehme ich mir vor, noch mehr auf die Herkunft der Materialien zu achten und auch kaputte Kleidungsstücke mehr zu reparieren.

Zum Schluss möchte ich euch noch das Aktionswochenende über die Licht- und Schattenseiten der Mode ans Herz legen. An zwei Tagen gibt es verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema und es werden diverse Vorträge, Filme und Mitmachaktionen angeboten.

Zum zweiten Teil des Titels komme ich jetzt – denn nach der Ausstellung lud ich die Dresdner Nähblogger das erste Mal zu mir nach Hause ein – es war ein netter kleiner Abend und ich hatte im Vorfeld wirklich einmal Grund und Motivation mein Nähzimmer bis in die letzte Ecke aufzuräumen.
Diesmal dabei waren Friemeleien, stoff_verzueckt, Catlog, Handmade by Ranunkelchen  und amberlight-label bei ihr könnt ihr auch ein Foto unserer schicken Presseausweise ansehen. Denn durch ihre Anfrage konnten wir für ausnahmsweise Fotos in der Ausstellung machen!

Also wenn ihr möchtet, liebe Blogger, könnt ihr sehr gerne wieder kommen! Ich würde mich sehr freuen!

eure

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